Die Jagd nach der Formel – und was man tut, wenn es keine gibt.
Und jetzt?
Darauf wartet die Mathematik 700 Jahre.
Zuerst wird das x2 wegtransformiert, bis die Gleichung so aussieht: x3 + p·x + q = 0
Und das ist erst eine der drei Lösungen.
Die erste Lösung war x1 = u + v.
Man sieht die Lösung sofort: x = 4
Cardanos Formel sagt dazu:
Der Weg zur Zahl 4 führt durch die Wurzel aus −121.
Bombelli rechnet 1572 als Erster damit weiter – und es geht auf. Die komplexen Zahlen entstehen nicht aus Neugier, sondern aus Not.
Ausgeschrieben füllt sie mehrere Seiten. Niemand benutzt sie. Man rechnet Ferraris Weg nach – Schritt für Schritt.
Nach 1545 sucht ganz Europa die nächste Formel.
Fast 300 Jahre lang findet sie niemand.
Das ist kein „noch nicht gefunden“.
Das ist bewiesen.
Keine Formel – aber die Lösung existiert: x ≈ 1.1673
Die Zahl ist da. Man kann sie nur nicht mit Wurzeln hinschreiben.
Nicht: Wie lautet die Formel?
Sondern: Wie komme ich der Lösung näher?
Newton stellt sie 1669 – und beantwortet sie an genau dieser Gleichung:
Keine Formel – eine Näherung.
Eine Tangente liefert die Idee zur Näherung – und dazu braucht es die Differentialrechnung.
| Schritt | Näherung |
|---|---|
| x0 | 2.0000000000 |
| x1 | 2.1000000000 |
| x2 | 2.0945681211 |
| x3 | 2.0945514817 |
| x4 | 2.0945514815 |
Jeder Schritt verdoppelt die Zahl der richtigen Stellen.
Wenn keine Formel geht, ist das Newton-Verfahren
die letzte Hoffnung.